Beton aushärten lassen

Beton richtig nachbehandeln

Nachbehandlung von Beton

Mit geeigneten Nachbehandlungsmaßnahmen stellen Sie sicher, dass die Festigkeitsentwicklung des Betons nach Wunsch verläuft. Sie halten schädigende äußere Einflüsse vom Bauteil fern, die zu Austrocknung oder einer zu schnellen Abkühlung führen könnten. Ist die Nachbehandlung hingegen unzureichend oder wird komplett drauf verzichtet, läuft man unter anderem Gefahr, dass sich Frühschwindrisse bilden und dass die Betonrandzone später eine deutlich geringere Festigkeit und Dauerhaftigkeit aufweist als der Betonkern.

 

Die Norm DIN EN 13670/DIN 1045-3 fordert eine Nachbehandlung des Betons während der ersten Tage der Hydratation. Als Hydratation bezeichnet man die chemische Reaktion beim Kontakt von Zement und Wasser, die den Beton erhärten lässt. Die Nachbehandlung hat vor allem zum Ziel, ein zu schnelles Verdunsten des Wassers im Frischbeton und im erhärtenden Beton zu verhindern. Denn dieses Wasser wird für die Hydratation und die Festigkeitsbildung gebraucht. 

Schutzmaßnahmen gegen vorzeitiges Austrocknen

Beginnen Sie mit Ihren Nachbehandlungsmaßnahmen, sobald Sie den Beton verdichtet und die Oberflächenbearbeitung abgeschlossen haben.
 

  • Bei eingeschalten Bauteilen wie Wänden und Stützen besteht eine so einfache wie effektive Art der Nachbehandlung darin, das Bauteil möglichst lange in der Schalung zu lassen. Saugende Holzschalungen sind dabei feucht zu halten. Falls Sie eine Stahlschalung verwenden, schützen Sie sie bei sonnigem Wetter vor einem übermäßigen Aufheizen und bei winterlichen Temperaturen vor zu rapider Abkühlung.
  • Die gebräuchlichste Schutzmaßnahme bei ungeschalten Betonoberflächen ist ein sorgfältiges Abdecken mit dampfdichten Kunststofffolien. Damit sie ausreichend reißfest und mehrfach zu verwenden sind, sollten Sie Folien von mindestens 0,2 mm Stärke wählen. Legen Sie die Folien überlappend auf den feuchten Beton und sorgen Sie für einen dichten Anschluss, indem Sie die Stöße mit Klebeband verbinden oder mit Brettern beschweren. Bei Sichtbetonbauteilen darf die Folie nicht anhaften, weil sonst Kondenswasser an die Betonoberfläche gelangen kann, was zu Ausblühungen führt. Verhindern Sie auch Zugluft zwischen der Betonoberfläche und der Folie. 
  • Eine weiterer möglicher Schutz vor Verdunstung ist das Bedecken der Betonoberfläche mit einem wasserspeichernden Material wie Jute, Stroh oder Sand. Halten Sie diese Schutzschicht ständig feucht und bedecken Sie sie ggf. zusätzlich mit einer Folie.
  • Auch ein kontinuierliches Benetzen Besprühen der Betonoberfläche mit Wasser verhindert Spannungen und Risse im jungen Beton. Achten Sie bitte darauf, keinen starken Wasserstrahl direkt auf die Betonfläche zu richten. Verwenden Sie stattdessen besser perforierte Schläuche oder Düsen.
  • Spezielle Nachbehandlungsmittel unterstützen als flüssige Schutzschicht ein bestmögliches Ergebnis. Mit Nachbehandlungsmitteln von CEMEX Admixtures schützen Sie Beton wirksam vor Austrocknung,beugen Rissbildung und Oberflächenschäden vor. Hier ist der richtige Zeitpunkt des Auftragens auf die Betonoberfläche entscheidend für den Erfolg. Wir beraten Sie gern zu geeigneten Nachbehandlungsmitteln für Ihr Bauvorhaben und zu ihrer Anwendung.

Geeignete Nachbehandlungsmaßnahmen für Beton bei verschiedenen Temperaturen

  Art                                                                                            Maßnahmen             Außentemperatur in °C
 <3°C   -3°C 
   bis
 +5°C 
 +5°C
   bis
 +10°C 
 +10°C 
   bis
 +25°C
 >25°C 
 - Folie
 -Nach-
 behandlungsfilm
 - gg.
  zusätzlich
  Wasser
 Abdecken bzw. Nachbehandlungsfilm aufsprühen und benetzen; Holzschalung   nässen;Stahlschalung vor Sonnenstrahlung schützen               X
 Abdecken bzw. Nachbehandlungsfilm aufsprühen 
 
          X       X  
 Abdecken bzw. Nachbehandlungsfilm aufsprühen und Wärmedämmung;
 Verwendung wärmedämmender Schalung, z.B. Holz
      X 1)      
  Abdecken und Wärmedämmung; Umschließen des Arbeitsplatzes (Zelt) oder Beheizen (z.B.Heizstrahler); zusätzlich Betontemperaturen wenigstens 3 Tage lang auf +10 °C halten      X 1)        
  - Wasser  durch Benetzen ohne Unterbrechung feucht halten            X  

1) Nachbehandlungs- und Ausschalfristen um die Anzahl der Frosttage verlängern; Beton mindestens 7 Tage vor Niederschlägen schützen
(Quelle: Baustofftechnische Daten, 25. Auflage)

Betonieren im Hochsommer – Betonieren im Winter

Extreme Witterungsbedingungen und Lufttemperaturen können die Festigkeitsentwicklung des Betons beeinträchtigen. Wenn Sie Beton bei hochsommerlichen Außentemperaturen oder im Winter einbauen, sollten Sie deshalb besondere Schutzmaßnahmen ergreifen. Hier finden Sie ausführliche Verarbeitungshinweise:

Betonieren im Sommer bei hohen Temperaturen

Betonieren im Winter bei niedrigen Temperaturen

Wie lange muss Beton aushärten?

Die Norm DIN EN 13670/DIN 1045-3 gibt eine erforderliche Mindestdauer der Nachbehandlung an. Die Nachbehandlungsdauer richtet sich nach der Festigkeitsentwicklung des Betons, der Witterung und der geplanten Bauteilnutzung, das heißt nach den Expositionsklassen. 

In Abhängigkeit der Oberflächentemperatur/Lufttemperatur müssen folgende Nachbehandlungsdauern eingehalten werden: 
 

 Nr.  1  2  3  4  5
 Oberflächentemperatur ϑ
                         °Ce
 Mindestdauer der Nachbehandlung in Tagena
 Festigkeitsentwicklung des Betonsc
 r = fcm2 / fcm28d
 Schnell  mittel  langsam  sehr langsam
 r ≥ 0,50  r ≥ 0,30  r ≥ 0,15  r < 0,15
 1   ϑ ≥ 25  1  2  2  3
 2  25 > ϑ ≥ 15  1  2  4  5
 3  15 >  ϑ ≥ 10  2  4   7  10
 4  10 > ϑ ≥ 5b  3  6  10  15

 a. Bei mehr als 5 h Verarbeitbarkeitszeit ist die Nachbehandlungsdauer angemessen zu verlängern.
 b. Bei Temperaturen unter 5 °C ist die Nachbehandlungsdauer um die Zeit zu verlängern, während der die Temperatur unter 5 °C lag.
 c. Die Festigkeitsentwicklung des Betons wird durch das Verhältnis der Mittelwerte der Druckfestigkeiten nach 2 Tagen und nach 28 Tagen (ermittelt   nach DIN EN 12390-3) beschrieben, das bei der Eignungsprüfung oder auf der Grundlage eines bekannten Verhältnisses von Beton vergleichbarer Zusammensetzung (d. h. gleicher Zement, gleicher w/z-Wert) ermittelt wurde.
 Wird bei besonderen Anwendungen die Druckfestigkeit zu einem späteren Zeitpunkt als 28 Tage bestimmt, ist für die Ermittlung der Nachbehandlungsdauer

 - der Schätzwert des Festigkeitsverhältnisses aus dem Verhältnis der mittleren Druckfestigkeit nach 2 Tagen (fcm2) zur mittleren Druckfestigkeit zum Zeitpunkt der Bestimmung der Druckfestigkeit zu ermitteln oder
 - eine Festigkeitsentwicklungskurve bei 20 °C zwischen 2 Tagen und dem Zeitpunkt der Bestimmung der Druckfestigkeit anzugeben.

 d. Zwischenwerte dürfen eigeschaltet werden.

 e. Anstelle der Oberflächentemperatur des Betons darf die Lufttemperatur angesetzt werden.

Quelle: DIN 1045-3