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Zu Besuch beim Urpferdchen

Die Grube Messel, Fossilienfundstätte von Weltrang, bekommt ein Informationszentrum. CEMEX Deutschland liefert Transportbeton für das spektakuläre Bauwerk, das den Besucher auf eine Reise ins Innere der Erde einlädt.

Das heutige Südhessen vor rund 50 Millionen Jahren: In einem Maarvulkankrater im subtropischen Regenwald bildet sich ein etwa 300 Meter tiefer Kratersee. Durch Sedimentation entsteht darin bituminöser Tonstein, sogenannter Ölschiefer. Tote Tiere und Pflanzen, die auf den Seeboden sinken, werden unter sauerstoffarmen Bedingungen außergewöhnlich gut konserviert und versteinern. Die Existenzdauer des Sees wird nach aktuellen Forschungsbefunden auf 1 bis 1,5 Millionen Jahre geschätzt.

Wahrzeichen der Fundstelle: ein fossiles Urpferdchens Eurohippus messelensis. Foto: Senckenberg Frankfurt a. M., Abteilung Messelforschung

1995: Aufgrund der Vielzahl und des einzigartigen Erhaltungszustands der fossilen Fundstücke erklärt die UNESCO die Grube Messel zur ersten – und bis heute einzigen – Weltnaturerbestätte in Deutschland.

Grabungen haben bisher mehrere zehntausend Fundstücke aus zig Arten von Säugetieren, Reptilien, Fischen, Amphibien, Insekten und Pflanzen aus dem Eozän zutage gefördert. Am bekanntesten ist die frühe Pferdeart Eurohippus messelensis. Es sind bis zu 70 fossile Überreste von Urpferden bei Grabungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, des Betreibers der Grube Messel, entdeckt worden. Einige davon sind vollständige Skelette.

Unmittelbar am Rand des stillgelegten Tagebaus, in dem bis 1970 Ölschiefer gewonnen wurde, entsteht bis 2010 ein Besucherinformationszentrum (BIZ) als neuer zentraler Anlaufpunkt für naturgeschichtlich Interessierte. Auftraggeber ist das Land Hessen, vertreten durch HBM Hessisches Baumanagement RNL Süd. Die Ausstellungsräume werden sich Themen wie Evolution, Vulkanismus, Forschungsbohrungen und anderen wissenschaftlichen Methoden, UNESCO-Welterbe, Industriegeschichte und Schaupräparation widmen.
Am Rand des stillgelegten Tagebaus bei Darmstadt entsteht ein Informationszentrum als neuer zentraler Anlaufpunkt für Besucher.

Seit Mitte Oktober versorgt das Transportbetongebiet Frankfurt-Hanau der CEMEX Deutschland AG die bauausführende dechant hoch- und ingenieurbau gmbh + co. kg, Weismain. Bauleiter Matthias Remmert und seine Mitarbeiter errichten das Gebäude in Massivbauweise aus Stahlbeton. 2.600 Kubikmeter Beton in Güten von C 20/25 bis C 45/55 liefern die CEMEX-Werke Babenhausen und Frankfurt am Main-Osthafen voraussichtlich bis zum Sommer dieses Jahres auf die Baustelle nordöstlich von Darmstadt. Die Schalungsfläche beläuft sich auf 7.000 Quadratmeter.

Die Architektur des BIZ und damit einige seiner Bauteile sind andere als herkömmlich: Dem Besucher wird sich nach dem Willen der Planer ein einmaliges Raumgefüge eröffnen. Die Schichtung des Ölschiefers lieferte Landau + Kindelbacher Architekten Innenarchitekten, München, die Grundidee für einen kühnen Entwurf: Den Architekten zufolge wird der Besucher im BIZ sinnbildlich die Erdschichten durchwandern, somit den Alltag hinter sich lassen und sich als Teil der Erde fühlen.

Mit Brettschalung strukturierte Sichtbetonfläche.

Beton wird dabei nicht nur für konstruktive Zwecke benötigt: Sichtbetonflächen prägen die Atmosphäre des Gebäudes innen wie außen. Ein gestalterisches Kernelement bilden monolithischen Wandscheiben. Die größte dieser mit einer Brettstruktur versehenen Sichtbetonflächen bringt es auf etwa 120 Quadratmeter. Auch die Ortbetondecken des BIZ, hergestellt mit glatter Schalung, werden dem Besucher Sichtbetonqualität präsentierten.

„Wir liefern unter anderem 160 Kubikmeter eines C 25/30, mit dem eine geglättete Sichtbetonfläche für den Fußboden erstellt wird. Weiterhin wird die Bodenplatte mit einer erhöhten Ebenheit hergestellt“, erklärt Michael Wagner, Gebietsleiter Vertrieb im Geschäftsbereich Beton, Gebiet Frankfurt-Hanau der CEMEX Deutschland AG. „Wenn man sich die Architektur des Gebäudes anschaut, kommt man zu einem eindeutigen Schluss: Solche anspruchsvollen Gebäude lassen sich nur mit Beton ausführen. Auf dieser Baustelle kommt es verstärkt darauf an, einen hochwertigen Beton in gleichbleibender Qualität zu liefern, um bei den ausschließlich in Sichtbeton ausgeführten Oberflächen Farbschwankungen und Lunkerstellen zu vermeiden. Das gilt besonders für die glatten Treppen, die Boden- und Deckenflächen, aber auch für die Wände mit ihrer Brettstruktur. Bei diesem Objekt kommen hohe architektonische, schaltechnische und betontechnologische Anforderungen zusammen.“

Das neue Besucherinformationszentrum im Entwurf. Bildnachweis: HMWK / Simulation: Landau + Kindelbacher

Gegen Ende seines Rundgangs wird der Besucher des BIZ schließlich auf die frei auskragende Aussichtsrampe auf dem Dach gelangen, um den Panoramablick auf die Fossilienfundstelle zu genießen. Ganz konsequent wird ihm auch hier Beton, der „künstliche Stein“, die von den Planern gewünschte Atmosphäre vermitteln: Eine per Besenstrich strukturierte Sichtbetonoberseite prägt das Bauteil aus Beton der Festigkeitsklasse C 45/55.

dechant-Bauleiter Matthias Remmert: „Beton spielt bei diesem Bauvorhaben eine ganz wesentliche Rolle. Alle sichtbaren Teile des Gebäudes bestehen aus Beton. Bodenplatte, Decken und Wände, alles stellen wir in Sichtbetonklasse 2 her. Die Ergebnisse der bereits in Sichtbeton fertiggestellten Stützwand im Außenbereich zeigen, dass unser qualifiziertes Baustellenpersonal die Umsetzung der vom Auftraggeber geforderten Oberflächen sehr gut realisiert.“


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