Presseinfos 2016

Thünen-Institut Bremerhaven: Nah am Wasser gebaut

Die Bereiche Fischereiökologie und Seefischerei des Thünen-Instituts werden in Bremerhaven einen funktionalen, repräsentativen und umweltbewussten Gebäudekomplex beziehen, Anleger für Expeditionsschiffe inklusive. Die Transportbeton Bremerhaven-Osnabrück GmbH & Co. KG belieferte den Neubau. Gefordert war auch ein speziell entwickelter strahlungsarmer Beton.


Das hochmoderne Labor- und Bürogebäude mit Fischtechnikum des Johann-Heinrich von Thünen-Instituts entsteht unmittelbar am Bremerhavener Fischereihafen. Die beiden derzeit an unterschiedlichen Standorten untergebrachten Fachinstitute für Fischereiökologie und Seefischerei werden hier 2018 zusammengeführt, womit sich Synergien und Arbeitserleichterungen ergeben. Das Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, umfasst 14 Fachinstitute, die in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Technologie forschen und die Politik beraten.

Die Fachinstitute für Fischereiökologie und Seefischerei des Thünen-Instituts werden 2018 in dem repräsentativen Neubau in Bremerhaven zusammengeführt.
(Foto: Thünen-Institut / CEMEX Deutschland AG)

 

Der neue Komplex in Bremerhaven wird im Erdgeschoss neben einem zweigeschossig verglasten repräsentativen Foyer auch eine Aquakulturanlage mit Laboren aufnehmen sowie Lager für Großgeräte, für die Ausrüstung der Fischereifahrzeuge und Expeditionsbedarf. Im 1. Obergeschoss werden ein Konferenzbereich, eine Bibliothek, die Verwaltung und ein Pausenbereich für die Mitarbeiter untergebracht. Darüber liegen auf drei Ebenen die Arbeitsbereiche der Forschung. Die Büro- und Laboreinheiten werden baulich flexibel gestaltet: Die Raumaufteilung und -nutzung lässt sich künftig mit wenig Aufwand ändern, sollte sich beim Nutzer ein neuer Bedarf ergeben.
Entlang der Kaje auf der Wasserseite des Institutsneubaus wird eine Anlieferzone eingerichtet, um Expeditionsschiffe beladen zu können. Hier hat künftig das größte deutsche Fischereiforschungsschiff, die „Walther Herwig III“, ihren Liegeplatz. Das Schiff der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wird überwiegend vom Thünen-Institut genutzt.
Die LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG führt den Rohbau aus. In ihrem Auftrag übernahm die Transportbeton Bremerhaven-Osnabrück GmbH & Co. KG, eine Unternehmung der CEMEX Deutschland AG, die Betonversorgung der Großbaustelle. Das Gebäude entsteht in Stahlbeton-Skelettbauweise aus Stahlbetondecken und tragenden Stahlbetonwänden, im Bereich der Labore werden auch viele Stahlbetonstützen gesetzt. Die Planung hat das Architekturbüro Staab im Auftrag der Immobilien Bremen AöR erarbeitet.
„Von März bis Dezember 2015 produzierten die Mitarbeiter des Transportbetonwerks Bremerhaven-Luneort insgesamt 10.000 Kubikmeter Beton in Druckfestigkeitsklassen bis C50/60 für die Fundamente, Wände, Decken, Unterzüge, Attiken und Stützen“, erklärt Klaus Kahrs, der verantwortliche Vertriebsmitarbeiter der Transportbeton Bremerhaven-Osnabrück. „Die Betonlift Hamburg unterstützte mit ihren Autobetonpumpen den zügigen Einbau.“
Natürliche Steine und Erden und daraus hergestellte Baustoffe, wie Zement, enthalten radioaktive Stoffe, sogenannte Radionuklide. Hierbei handelt es sich vor allem um Kalium-40, Thorium-232 und Radium-226.  Für einen Laborbereich innerhalb des Gebäudes war ein besonders strahlungsarmer Beton ausgeschrieben, bei dem strenge Grenzwerte einzuhalten waren. Deshalb beauftragten die

LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG und die Transportbeton Bremerhaven die CEMEX-Beteiligungsgesellschaft Baustofftechnik Unterweser GmbH mit der Erstellung dieser besonders strahlungsarmen Betonrezeptur.
„Für uns war das anfangs eine völlig neue Situation“, betont Klaus Schmidt, Geschäftsführer der Baustofftechnik Unterweser. „Wir hatten zwar schon Strahlenschutzbeton betreut, aber noch nie strahlungsarmen Beton. Beim Literaturstudium hat sich herausgestellt, dass vor allem die Gesteinskörnung bezüglich des Kalium-40 ein Problem sein könnte. Für die Rezeptur haben wir erst einmal die ausgewählten Ausgangsstoffe untersuchen lassen. Dazu haben wir festgelegt, dass der Beton nach dem ‚Reinheitsgebot‘ hergestellt werden soll – also aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser; auf Zusatzstoffe und Zusatzmittel sollte verzichtet werden. Bei den Baustoffprüfungen haben wir mit der Forschungszentrum Jülich GmbH zusammengearbeitet. Die Prüfung der Betonausgangsstoffe ergab, dass die in Bremerhaven üblicherweise verwendete Gesteinskörnung, Wesersand und -kies, nicht geeignet ist. Deswegen haben wir uns für Kalkstein entschieden. Zur Anwendung kam schließlich auch aus technologischen Gründen ein Kalksteinkorngemisch 0/11, das wir in der Vergangenheit bereits für andere Spezialbetone eingesetzt hatten. Nach Fertigstellung der Rezeptur und der Erstprüfung haben wir in Jülich noch einmal eine Strahlungsprüfung am Beton durchführen lassen. Die Ergebnisse zeigten, dass wir die geforderten Grenzwerte zielsicher mit dem gewählten Beton einhalten können.“ Im Herbst 2015 kamen rund 190 Kubikmeter des besonders strahlungsarmen Betons zum Einsatz.

Im Auftrag der LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG belieferte CEMEX Deutschland die Großbaustelle mit  10.000 Kubikmetern Beton.
(Foto: Thünen-Institut / CEMEX Deutschland AG)

 

 

Der Bauherr setzt auf eine umweltbewusste Bauweise und fordert in der Ausschreibung ein Bauwerk mit Eigenpassivität. Der Neubau zeichnet sich durch eine kompakte Bauform mit einem günstigen Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis aus, das einen effektiven Einsatz von Heiz- und Kühlenergie ermöglicht. Auch sind alle verwendeten Baustoffe nach dem Gesichtspunkt einer hohen Lebensdauer ausgewählt. Auf der Basis all dieser Maßnahmen prognostizieren die Planer dem Institutsneubau sehr gute Verbrauchsdaten.
„Fachgerecht hergestellter und eingebauter Beton hat einen langen Lebenszyklus, was sich positiv auf den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes auswirkt“, unterstreicht Klaus Kahrs. „Dank seiner hohen Rohdichte hat Beton auch eine gute Speicherfähigkeit und eine erhebliche thermische Trägheit. Das ist gut für das Raumklima und die Energieeffizienz. Beton ist der Baustoff für eine energetisch leistungsfähige Baukonstruktion und für nachhaltiges Bauen.“

_______________________________________________________________

Druckfähige Fotos und Text als Word-Dokument herunterladen

Hier können Sie das Foto mit der rechten Maustaste "Bild speichern unter..." herunterladen.

Foto 1

Foto 2

Text als Word-Dokument herunterladen



CEMEX Förderpreis Beton

Einladung und Ausschreibung

Informieren Sie sich über die Ausschreibung des mit 10.000€ dotierten Förderpreis Beton der CEMEX Deutschland!

Hier zur Ausschreibung

Newsletter-Abo

 
Abonnieren Sie unseren Newsletter "bauwerk online"


Kunde:
Firma:
Name: *
Ort: *
Email: *
Click To Open