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Militärhistorisches Museum Dresden: Sichtbeton bringt Exponate zur Geltung

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr wird nach Entwürfen von Daniel Libeskind neugestaltet – CEMEX Deutschland liefert Transportbeton

Ein 75 m langer, 140 t schwerer Keil aus Stahl und Beton „zerschneidet“ das traditionsreiche Bestandsgebäude und wird mit einer maximalen Höhe von 30 m die Altbaufassade überragen: Der eindrucksvolle stützenfreie Erweiterungsbau des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr symbolisiert die Offenheit einer demokratischen Gesellschaft und soll nach den Worten seines Schöpfers, des renommierten US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, auch zu einem kritischen Nachdenken über Militärgeschichte anregen.

Um- und Ausbau des Militärhistorischen Museums in Dresden: Die „Keilspitze“ des Neubaus überragt die Fassade des Bestandsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert.

Das Bestandsgebäude wurde 1875 als Arsenalhauptgebäude errichtet, später diente es unter anderem als Königlich Sächsisches Armeemuseum und als Armeemuseum der DDR. Jetzt wird es seinem ursprünglichen baulichen Zustand angenähert und um den hochmodernen Neubau ergänzt. Das Militärhistorische Museum in Dresden soll zum nationalen Museum für Militärgeschichte werden – ein Vorhaben, das während des Richtfests im Oktober 2008 als ein Leuchtturmprojekt für die Bundeswehr bezeichnet wurde. Im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums und der Oberfinanzdirektion Chemnitz nimmt das Sächsische Immobilien- und Baumanagement die Bauherrenschaft wahr. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Exponate die neuen oder erneuerten Räume bezogen haben, dann können Besucher auf fast 20.000 m² Ausstellungsfläche Einblick nehmen in die Erscheinungsformen staatlicher Gewaltpraxis und die vielfältigen Formen gesellschaftlicher Gewaltausübung.

 

Die Wände sind bis zu 32 Grad aus der Vertikalen geneigt, rechte Winkel findet man selten.

Die Hentschke Bau GmbH, Bautzen, führt den erweiterten Rohbau aus. In ihrem Auftrag hat CEMEX Deutschland Anfang vergangenen Jahres die Transportbetonversorgung der Großbaustelle am Olbrichtplatz von einem anderen Betonlieferanten übernommen. Der Erweiterungsbau ist seit 2009 im Rohbau abgeschlossen.

„Beton spielt eine ganz zentrale Rolle sowohl im Neubau als auch bei der Erneuerung des Altbaus“, erklärt Uwe Engelhardt, CEMEX-Vertriebsaußendienstmitarbeiter im Bereich Dresden. „Der Architekt stellt an Sichtbetonflächen die höchsten Anforderungen. Zwar ist ein klassisches Betongrau gewünscht, doch soll die Farbe über die gesamte Bauzeit möglichst einheitlich bleiben.“

„Beton spielt eine ganz zentrale Rolle sowohl im Neubau als auch bei der Erneuerung des Altbaus.“

Deckenflächen und einige Wände im Neubau fallen in SB 4, die höchste Sichtbetonklasse. Generell spiegelt sich die von Libeskind angelegte „dramatische Struktur“ des Gebäudes in der Geometrie jedes einzelnen Bauteils wider. Wände sind bis zu 32 Grad aus der Vertikalen geneigt, rechte Winkel selten, pro Etage waren bis zu dreißig Betonagen angesetzt. Dabei brachten es einzelne Betonageabschnitte auf bis zu 7,40 m Höhe.

Für Sichtbetondecken und -wände des Neubaus lieferte CEMEX Deutschland Betone der Festigkeitsklasse C 30/37 mit 16 mm Größtkorn. Das Beton-Prüfinstitut Bayreuth stellte die Rezeptur im Abstimmung mit dem Auftraggeber ein. Überhaupt war und ist der Abstimmungsbedarf überdurchschnittlich hoch: Alle Sichtbetonbauteile wurden in einem Sichtbetonteam geplant, besetzt mit der ausführenden Bauunternehmung, einem Architektenvertreter, dem Schalungsplaner, dem Schalungshersteller, dem Schalungsölhersteller, der Ingenieurgesellschaft und dem Transportbetonlieferanten. Zugunsten eines möglicht ansprechenden Ergebnisses blieben Sichtbetonbauteile mindestens vier Tage, teils bis zu mehrere Monaten in der Schalung.

Auch der Farbton der Gesteinskörnung im Fußboden war genau vorgegeben, denn die Betonoberfläche wurde etwa 4 mm bis ins Größtkorn hinein abgeschliffen.   

Zuletzt stand für die CEMEX-Lieferwerke Dresden-Altstadt und -Rossendorf und die CEMEX-Betonförderung Süd-Ost eine Reihe so umfangreicher wie anspruchsvoller Betonagen an. Die komplette Ausstellungsfläche im Altbau erhielt Betonfußböden in Sichtbetonqualität. Für die rund 9.000 m² forderte der Architekt nicht nur einen Beton von einheitlicher Farbe, auch der Farbton der Gesteinskörnung war genau vorgegeben. Denn nach dem Betoneinbau wurde die Oberfläche etwa 4 mm bis ins Größtkorn hinein abgeschliffen. Einen farblich passenden Zuschlag fanden die Fachleute von CEMEX in der Region: einen Elbekies mit einem Größtkorn von 0–8 mm. Probeflächen aus einem Beton der Druckfestigkeitsklasse C 30/37 mit einem Zement CEM II BM 42,5 N-AZ zeigten das gewünschte Ergebnis in Farbton und Struktur. Beste Voraussetzungen, dass die Museumsbesucher ab Ende 2010 auf ihrem Weg durch 800 Jahre deutsche Militärgeschichte über wenig offenporige, einheitliche und dauerhafte Sichtbetonflächen werden schreiten können.


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Dr. Helmut Littek
Daniel-Goldbach-Str.25
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