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Magistrale unter der Messestadt

Bau des City-Tunnels Leipzig geht in die heiße Phase – Tunnelröhren und Stationsbauwerke entstehen mit mehr als 350.000 Kubikmetern Beton

Der City-Tunnel Leipzig wird das Stadtzentrum vom Bayerischen Bahnhof bis zum Hauptbahnhof unterqueren. Alle Linien des S-Bahn- und Regionalbahnverkehrs werden in zwei je 1.438 Meter langen Tunnelröhren gebündelt, die in bis zu 22 Metern Tiefe unter den Promenaden, dem neuen Bildermuseum und dem Petersbogen verlaufen. Vier unterirdische Stationen entstehen in offener Bauweise. Gesamtlänge des Projekts: 5.279 Meter.

Die Inbetriebnahme des City-Tunnels, des letzten und zentralen Bausteins in der Neuordnung des Eisenbahnsystems im Großraum Leipzig, ist für Ende 2010 angesetzt. Bauherren sind der Freistaat Sachsen, die Deutsche Bahn AG und die Stadt.

  Luftaufnahme von Leipzig mit markiertem City-Tunnel-Verlauf. © Freistaat Sachsen

Die zwei eingleisigen Tunnelröhren mit neun Metern Durchmesser werden in bergmännischer Bauweise durch den Leipziger Untergrund getrieben. Am 15. Januar 2007 mit der ersten Frühschicht begann der Tunnelanstich der Oströhre: Eine 65 Meter lange Schildvortriebsmaschine aus 1.100 Tonnen Hightech-Hydraulik nahm ihre Fahrt auf. Innerhalb eines Jahres wird sie sich zur Station Hauptbahnhof graben.

Die CEMEX Deutschland AG beliefert die drei Baulose des City-Tunnels seit 2005 mit Transportbeton, seit Anfang dieses Jahres unterstützt von einem Lieferpartner. Der Gesamtauftrag beläuft sich auf 352.200 Kubikmeter, darunter Unterwasserbetone für die Tunnelsohlen, Bohrpfahlbetone, Schlitzwandbetone, Spritzbetone, Stahlfaserspritzbetone nach Faserbetonklassen, selbstverdichtender Architekturbeton aaton ultra sowie Konstruktionsbetone nach der ZTV-ING von C 20/25 bis C 50/60. Etwa 53.000 Kubikmeter Beton haben die Mitarbeiter des CEMEX-Transportbetonwerks Leipzig-Brunner Straße bisher für die Großbaustelle im Stadtzentrum hergestellt.

Peter Worbs leitet die Werksgruppe Leipzig der CEMEX Deutschland AG: „Das Los A, das Rampenbauwerk am Bayerischen Bahnhof, ist fast fertig, und wir haben nur noch etwa 1.000 Kubikmeter Beton zu liefern. Es wäre ohnehin durchbetoniert worden, aber die milden Temperaturen in diesem Winter sind natürlich von Vorteil. Die Lose B und C werden ab diesem Frühjahr verstärkt Beton abrufen.“

Der Tunnelvortrieb für beide Röhren beginnt jeweils im Startschacht am Bayerischen Bahnhof und erfolgt in Richtung Hauptbahnhof.  

Die Arbeitsgemeinschaft City-Tunnel Leipzig Los B – DYWIDAG Bau GmbH, ALPINE Bau Deutschland AG, Oevermann GmbH & Co. KG, Universale Grund- und Sonderbau Gesellschaft m.b.H. und STRABAG AG – führt das Hauptlos aus: die Schildstrecke und die Stationen Bayerischer Bahnhof, Wilhelm-Leuschner-Platz, Markt und Leipzig Hbf Süd. Im Los C stellt eine ARGE aus STRABAG AG und Wayss & Freytag Ingenieurbau AG die Nord- und die Westrampe am Hauptbahnhof her.

Aktuell versorgen die Transportbeton-Lieferpartner die ausführenden Bauunternehmen überwiegend mit Schlitzwandbeton für die Rampenbauwerke und mit Betonen für die Stationsbauwerke. Die vier Stationen erhalten jeweils einen Inselbahnsteig, der oberirdische Haltepunkt Semmelweisstraße bekommt zwei Seitenbahnsteige. Die Bahnsteiglänge beträgt jeweils 140 Meter, lediglich der Bahnsteig am Hauptbahnhof wird 215 Meter messen, mit der Option auf 400 Meter. Die Breite der Stationen innen beträgt etwa 20 Meter, und die Bahnsteige liegen zwischen 17 und 22 Meter unter der Oberfläche.

Zu den Rezepturen der Schlitzwandbetone C 25/30 gehört ein Zement CEM III/A 32.5 N-LH/NA, darüber hinaus kommen vor allem CEM II/B-S 32.5 R und CEM I 42,5 R aus dem Werk Rüdersdorf der CEMEX OstZement GmbH zur Anwendung. Die Abteilungsleiterin Baustofftechnik Astrid Fischer und Betontechnologe Oliver Koch überwachen die Rezeptureinstellung. CEMEX-Autobetonpumpen von 24 und 52 Metern Masthöhe fördern den Baustoff zum Einbauort.

 

Neben dem in offener Bauweise entstehenden Bayerischen Bahnhof sind zeitgleich noch drei weitere unterirdische Stationen im Bau.

Beim Projekt City-Tunnel wird an zwei bis sechs Stellen gleichzeitig gearbeitet und betoniert, und CEMEX Deutschland hat zwischen zehn und zwanzig Fahrmischer im Einsatz. Die Belieferung der Baustellen im Stadtverkehr ist eine logistische Herausforderung. Vor allem am Markt steht sehr wenig Platz zur Verfügung, daher wird verstärkt nachts gearbeitet.

„Am Hauptbahnhof hat jetzt der Bau der Nordeinfahrt begonnen“, erklärt Werksgruppenleiter Peter Worbs. „In diesem Zusammenhang kommt logistisch ein großer Aufwand auf uns zu. Am 23. Februar begann das Baudock H, die Überfahrt der Nordrampe. Der Bauherr hat einen sehr engen Terminplan für diese Maßnahme gesteckt. Für uns bedeutet das 14 Tage Einsatz rund um die Uhr, auch samstags und sonntags, damit am 10. März die Sperrpause aufgehoben werden kann und die Züge wieder fahren. In diesem Zeitraum werden etwa 2.500 Kubikmeter Schlitzwand- und Bohrpfahlbeton eingebaut. Zugleich laufen die anderen Baumaßnahmen am Los C weiter. Beispielsweise wurden in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar etwa 1.100 Kubikmeter Unterwasserbeton mit einer Stundenleistung von 100 Kubikmetern eingebaut.“


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Dr. Helmut Littek
Daniel-Goldbach-Str.25
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