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Beton-Spezialrezeptur schützt Kühlturm ohne Beschichtung

Neues Steinkohlekraftwerk in Lünen soll 2012 in Betrieb gehen

Am Lünener Stummhafen baut die Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH mit Sitz in Aachen seit September 2008 ein neues Steinkohlekraftwerk. Zur Zeit wächst hier mit einem zusätzlichen Höhenmeter pro Tag die Kühlturmschale empor. Über den Kühlturm erfolgt später gleichzeitig die Abgasableitung. Beton mit erhöhtem Säurewiderstand von CEMEX Deutschland sorgt dafür, dass der Kühlturm ohne Beschichtung dauerhaft chemischen Angriffen durch die Kraftwerksabgase standhält.

Abgase aus der Kohleverbrennung über den Kühlturm abzuleiten ist inzwischen Stand der Technik im Kraftwerkbau. Für den Kühlturm bedeutet dies jedoch trotz wirksamer Abgasreinigung eine höhere Belastung durch Säureangriffe, der vor allem Bauteile im Kühlturminneren und die Kühlturmschale ausgesetzt sind. Eine Spezialrezeptur für Kühlturm-Beton, die auch schon bei einem Braunkohlekraftwerk in Boxberg in ähnlicher Zusammensetzung verwendet wurde, macht den Baustoff so widerstandsfähig, dass dennoch auf eine zusätzliche Beschichtung verzichtet werden kann. Für den Bauherrn bedeutet dies eine erhebliche Kostenersparnis, zumal eine Beschichtung in regelmäßigen Abständen erneuert werden müsste, während der unbeschichtete Beton auf die gesamte Lebensdauer des Kraftwerks ausgelegt ist.

„Rund 8.500 m³ Beton werden für die Kühlturmschale über eine mobile Produktionsanlage just-in-time direkt auf der Baustelle erzeugt“, berichtet Frank Mathia. In seiner Funktion als Werkleiter mobile Mischanlagen der Transmobil GmbH, betreut er die Baustelle vor Ort. Die Tochtergesellschaft Transmobil von CEMEX Deutschland hat die gesamte Betonproduktion für den Kühlturm übernommen. Wegen der sich über mehrere Jahreszeiten erstreckenden Bauzeit wurden vorab Rezepturen entwickelt und getestet, die den unterschiedlichen Temperaturbereichen gerecht werden.

Grafische Darstellung des Kraftwerks die Fertigstellung ist für das Jahr 2012 geplant.
(Copyright: Trianel GmbH)

Als Bindemittel kommt CEM II/B-S 42,5 R-NA aus dem Rüdersdorfer Werk von CEMEX Deutschland zum Einsatz. Dieser Portlandhüttenzement verursacht durch seinen im Vergleich zu Portlandzement niedrigeren Klinkeranteil einen geringeren CO2-Ausstoß bei der Produktion. Zudem hat er den Vorteil, dass er dem Beton eine optisch angenehme, helle Färbung verleiht.

Den Spezialbeton für den Kühlturm produziert die CEMEX-Tochter Transmobil direkt vor Ort.  

Die Gesteinskörnung - Sand und Kies in verschiedenen Korngrößen - liefert das Rheinkieswerk Stenden von CEMEX Deutschland zu. Ständige, umfangreiche Qualitätskontrollen von den Ausgangsstoffen bis zum fertigen Beton kurz vor dem Einbau sind selbstverständlich. Sie werden detailliert dokumentiert, Rückstellproben aufbewahrt. „Die Stützenbetonage haben wir im Februar erfolgreich abgeschlossen“, berichtet Betontechnologe Ulrich Starkmann, der bei CEMEX Deutschland den Baufortschritt begleitet. „Auch mit dem Bau der Kühlturmschale liegen wir gut im Zeitplan.“

 

Einen Meter täglich wächst die Kühlturmschale in die Höhe.
(Copyright: Heitkamp Ingenieur- und Kraftwerksbau GmbH)

Die Trianel GmbH – ein Zusammenschluß mehrerer Stadtwerke – investiert gemeinsam mit weiteren Stadtwerken mehr als eine Mrd. Euro in das Bauobjekt. Generalunternehmer für dieses Projekt ist ein Konsortium, das von der Siemens AG, der japanischen IHI und der österreichischen AE&E gebildet wird. Die Bauarbeiten für den Kühlturm führt die Heitkamp Ingenieur- und Kraftwerksbau GmbH, Herne, aus. 2012 soll das Kraftwerk mit einer Leistung von 750 MW und einem Wirkungsgrad von über 45 % in Betrieb genommen werden. Die günstige Lage zum Datteln-Hamm-Kanal erleichtert die Kohlelogistik.


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