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Hochwertige Sande und Kiese verbessern Wasserqualität

Eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Art der Reinigung von Oberflächenwasser findet seit Jahren immer häufiger Anwendung: Retentionsfilteranlagen. Sie eignen sich für den kommunalen wie für den privaten Bereich. CEMEX Deutschland lieferte für zwei Anlagen des Wasserverbands Eifel-Rur in Baesweiler und Korschenbroich insgesamt rund 24.000 Tonnen Filtersand und 13.000 Tonnen Filterkies von besonderer Qualität.

Bei starkem Regen oder während der Schneeschmelze kommen Kläranlagen und ihre Regenrückhaltebecken schon mal an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Bislang wurde das Regenwasser dann ungereinigt in einen Vorfluter, sprich: normalerweise einen Bach, eingeleitet. Nach der EG-Wasserrahmen-Richtlinie ist das seit rund zehn Jahren in vielen Fällen nicht mehr erlaubt. Seither schaltet man in zunehmendem Maße Retentionsbodenfilteranlagen vor die Einleitung in den Vorfluter.

 

Kläranlage Baesweiler mit Retentionsfilteranlage im Hintergrund

Und so funktioniert das Filterverfahren: Kann das Regenüberlaufbecken der Kläranlage die Wassermenge nicht mehr fassen, wird es in das Retentionsfilterbecken eingeleitet. Dort durchläuft es die Schicht aus Filtersand, wird dabei gereinigt und anschließend mit Hilfe einer Dränage gesammelt. Jetzt erst gelangt das gereinigte Wasser in den Bach. Vor dem Bau wird ermittelt, wie häufig ein solches Ereignis zu erwarten ist und welche Wassermengen dann zu verarbeiten sind. Daraus ergibt sich die Flächengröße, die das Erdbecken aufweisen muss. Die Anlage des Wasserverbands Eifel-Rur in Baesweiler-Setterich umfasst beispielsweise 8.000 m².

Aufbauschema einer Retentionsfilteranlage

Retentionsbodenfilteranlagen bestehen aus einem offenen Erdbecken. Sie sind zum Erdreich hin abgedichtet. Diese Abdichtung erfolgt entweder durch eine Kunststofffolie, deren Schweißnähte mittels Vakuumprüfung kontrolliert werden, oder durch eine Tonabdichtung. Auf den genau angeordneten Drainagerohren werden der exakt auf die Anforderungen abgestimmte Filterkies und das Filtersubstrat aufgebracht. Dabei sorgt der Kiesanteil für die nötige Durchlässigkeit, der karbonhaltige Sand dagegen übernimmt die Reinigungsfunktion. Er hält Schwebstoffe und organische Anteile zurück und reduziert zusätzlich die Keimbelastung.

Filtersand aus dem CEMEX-Kieswerk Tönisvorst ist durch seine geologischen Eigenschaften für diese Filterzwecke besonders gut geeignet. Der hohe Quarzgehalt von fast 94 % und die weiteren geforderten Parameter können ohne Beimischungen erfüllt werden. Lediglich zur Erfüllung des pH-Wertes wird ein Karbonatsand über die computergesteuerte Anlage im Zwangsmischer beigemischt. Der benötigte Filterkies wird aus den beiden Fraktionen 2/4 und 4/8 hergestellt. Vom manuellen Befüllen der Aufgabetrichter bis hin zum Betätigen und Überwachen der Steuerung erfordert die Produktion viel Fingerspitzengefühl. Tagesmengen bis zu 1.500 Tonnen Filtersand können produziert und logistisch bewältigt werden. Das so gewonnene Filtersubstrat ist deutlich preiswerter als Substrate auf vulkanischer Basis.

Uferbefestigung eines Retentionsfilterbeckens

Abschließend wird die Retentionsfilteranlage mit speziellen Schilfsorten bepflanzt. Sie halten mit ihren Wurzeln den Boden dauerhaft durchlässig. Erst nach einer Vegetationsperiode kann die Anlage in Betrieb genommen werden. Vorgeschrieben sind Retentionsfilteranlagen vor allem in Quellgebieten von Bachläufen, im Bereich von Trinkwassereinzugsgebieten und bei besonders schützenswerter Flora und Fauna.


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Dr. Helmut Littek
Theodorstr. 178
40472 Düsseldorf
 

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