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Fugenlose 1.700 Meter Beton trotzen der Nordsee

Bremerhaven: Längster Container-Terminal der Welt wächst weiter – Wellenschlag und Seewasserangriff ausgesetzte Wellenkammer entsteht aus widerstandsfähigem fugenlosem Beton

Die Betreiber des Hafenstandorts Bremerhavener stocken ihre Kapazitäten zum vierten Mal auf: Der Bedarf an Containerbrücken und an Stellflächen für den Containerumschlag nimmt permanent zu. Die aktuelle Ausbaustufe heißt Container-Terminal 4 (CT 4) und erweitert den Containerhafen in Richtung Norden. Sie schafft vier zusätzliche Liegeplätze für Großcontainerschiffe und streckt die Stromkaje bis 2007/2008 um 1.681 Meter auf 4.720 Meter nutzbare Länge. Die neue Terminalfläche umfasst ein Areal von rund 90 Hektar. CT 4 ist die größte Wasserbaustelle Deutschlands und das größte Investitionsprojekt an der deutschen Küste.

Bau des Container-Terminals 4: Ab Mitte 2008 steht in Bremerhaven eine Kajenanlage von insgesamt 4.720 Metern zur Verfügung.

Wie bei den vorangegangenen Erweiterungen gehören die Betonarbeiten zu den wichtigsten Gewerken des Terminalbaus. Die CEMEX-Deutschland-Tochtergesellschaft Transportbeton Bremerhaven GmbH & Co. KG erhielt den Lieferauftrag.

Betoniert werden die Stellflächen für die überdimensionalen Seecontainer, ebenso die Tragbalken, auf denen die Gleise für die Containerbrücken zum Be- und Entladen der Schiffe verlaufen werden, und die Wellenkammer. Die Konstruktion und der Beton der Wellenkammer werden besonderen Belastungen ausgesetzt sein, denn die Stromkaje ersetzt den Seedeich: Von der See kommende Wellen schlagen mit ungebremster Wucht in die unterhalb der eigentlichen Kaimauer verlaufende Kammer und brechen sich darin. Auch dem Angriff des aggressiven Salzwassers muss der Baustoff widerstehen.

Zurzeit werden die Sohle der Wellenkammer in 24 Abschnitten á 1.500 Kubikmeter, die Wände in 24 Abschnitten á 250 Kubikmeter und die Decke in 24 Abschnitten á 750 Kubikmeter betoniert. Besonderheit der Aufgabenstellung: Das Bauteil muss über seine gesamte Länge von knapp 1.700 Meter ohne Dehnungsfugen – quasi aus einem Guss – ausgeführt werden, um das Risiko zu minimieren, dass Seewasser in den Baustoff eindringen kann. Eine spezielle Betonrezeptur mit niedriger Wärmeentwicklung bringt die erforderlichen Eigenschaften mit. Betontechnologe Klaus Schmidt: „Einem betonwissenschaftlichen Gutachten folgend entschied man sich bei der Wellenkammer für die Rezeptur C 30/37, CEM III/A 42,5 N mit Flugasche, Größtkorn 16 und 32 Millimeter.“

Betonagearbeiten: Ab Herbst 2006 werden am ersten fertiggestellten Liegeplatz von 330 Metern Containerschiffe ihre Fracht löschen und neue aufnehmen.

Thorsten Hein, bei der Transportbeton Bremerhaven verantwortlich für die Belieferung des Container-Terminal 4: „Die eigentliche Betonage erfolgt in Einzelschritten von je etwa 70 Metern Länge. In der Sohle der Wellenkammer werden bei einem Einsatz von 18 Fahrmischern durchschnittlich 130 Kubikmeter Beton pro Stunde eingebaut. Die Wände wachsen mit Hilfe von fünf Fahrmischern im Takt von 40 Kubikmetern pro Stunde, während die Decke der Wellenkammer von 16 Fahrzeugen mit einer Geschwindigkeit von 110 Kubikmeter pro Stunde gegossen wird. Pro Bauabschnitt sind für die Sohle zirka 16 Stunden, für die Rückwand neun Stunden und für die Decke etwa zwölf Stunden eingeplant.“

Der erste Liegeplatz mit einer Länge von 330 Metern soll im Herbst 2006 zur Nutzung freigegeben werden, weitere Abschnitte werden folgen. Die Hafengesellschaft bremenports GmbH & Co. KG bereitet sich auf einen jährlichen Umschlag von mehr als 6 Millionen TEU vor. TEU ist eine Maßeinheit für Lager-, Umschlag- und Transportkapazitäten auf Basis eines 20-Fuß-Containers (Twenty Foot Equivalent Unit). Gutachter rechnen bis 2020 mit mehr als 10.000 neuen Arbeitsplätzen in Bremen, Bremerhaven und in der Region.


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