 |
Ein Wellness-Bad im Jugendstil
Stadt Darmstadt lässt Jugendstilbad von 1909 detailgetreu restaurierten und zu moderner Wellness-Landschaft erweitern
„Das Jugendstilbad ist auch für uns als Transportbetonlieferanten ein besonderes Objekt. Es ist schön zu erleben, wie ein historisches Gebäude erhalten und der Baustil einer vergangenen Epoche in ein modernes Konzept integriert wird“, so Giovanni Antonucci, als Vertriebsmitarbeiter der CEMEX Deutschland AG für den Raum Darmstadt zuständig. Seit 2005 lässt die Stadt das 1909 eröffnete Jugendstilbad komplett sanieren und zu einer modernen Schwimm- und Wellness-Landschaft erweitern – unter Erhalt und denkmalpflegerischer Restaurierung möglichst aller baulicher und künstlerischer Elemente der Entstehungszeit. Das vormals „Zentralbad“ genannte Kulturdenkmal am Darmstädter Mercksplatz war im Zweiten Weltkrieg teils zerstört und in der Wiederaufbauphase um einen Anbau ergänzt worden. In den letzten Jahren war es trotz seiner architektonischen Qualität und historischen Bedeutung stark sanierungsbedürftig und immer wieder von Betriebsschließungen betroffen gewesen.
 |
Der historische Baubestand wird um einen Anbau ergänzt. CEMEX Deutschland übernimmt die Transportbetonversorgung der Sanierungsmaßnahme und des Neubaus. |
Die Bilfinger Berger AG, Frankfurt am Main, führt seit Sommer 2006 die Rohbauarbeiten aus und hat CEMEX Deutschland mit der Transportbetonversorgung beauftragt. Der Bauherr Wissenschaftsstadt Darmstadt Eigenbetrieb Bäder lässt nicht nur das Jugendstil-Hauptgebäude mit seinem 25-Meter-Becken renovieren und umgestalten, im rückwärtigen Teil des 8.166-Quadratmeter-Grundstücks werden sich ein Erweiterungsbau sowie ein Außenbecken mit Liegewiese anschließen. Der Anbau aus der Nachkriegszeit wurde abgerissen. Der Baukörper der Umbaumaßnahme hat ein Volumen von etwa 35.000 Kubikmetern, und der umbaute Raum des Neubaus – drei Geschosse zuzüglich einer Tiefgarage und eines Kellergeschosses für die umfangreiche neue Technik – misst etwa 25.000 Kubikmeter.
Ende 2007 sollen den Besuchern elf Bäder sowie Saunen und Solarien, Massage-, Gymnastik-, Kosmetikbereiche und gastronomische Angebote zur Verfügung stehen. Die Badelandschaft umfasst Kneippbecken-, Sohle-, Kalt- und Schwelfelbecken, ein Dampfbad, Liege- und Warmbecken sowie ein Kinderbecken.
| Die Details der Innenraumgestaltung werden aufwändig restauriert. |
 |
Giovanni Antonucci: „CEMEX Deutschland liefert noch bis zum Sommer hochwertige Betone für den Umbau und den Neubau, hauptsächlich die Sorten C 30/37 und C 35/45. Unser Hauptlieferwerk ist Büttelborn. Insgesamt umfasst der Auftrag an die 5.000 Kubikmeter.“ Die verwendeten Betonsorten weisen einen hoher Wassereindringwiderstand gemäß WU-Richtlinie auf bzw. einen hohen Widerstand gegen Frost-Tausalz-Angriff. Über die vom Mercksplatz aus seitlich an der Altbausubstanz vorbeiführende Lindenhofstraße können die Transportbetonmischer und Autobetonpumpen von CEMEX Deutschland den Neubau direkt anfahren.
Matthias Kunkel, Laborant von CEMEX Deutschland, stimmte im Vorfeld mit dem Bauunternehmen die Sortenanforderungen ab und steht der Bauleitung zusammen mit Giovanni Antonucci bei technischen Fragen vor Ort zur Verfügung. Giovanni Antonucci: „Das warme Wetter im vergangenen Winter hat die Betonagen vereinfacht. Es konnte durchgehend betoniert werden.“
. |
Die Stadt Darmstadt lässt das 1909 eröffnete Jugendstilbad am Mercksplatz sanieren und erweitern |
Nach Abschluss der Rohbauarbeiten werden die Innenräume mit aufwändig rekonstruierten Details ausgestaltet. Anhand historischer Fotografien werden Jugendstilfresken in Originalfarbtönen restauriert, Stukkaturen, Brunnen, Leuchten, die Fliesen, Fenster, Umkleidekabinen, Mosaike, Ornamente und Skulpturen originalgetreu wiederhergestellt. Im Zuge der Restaurierung wurden bisher nicht bekannte Wandfresken aus der Entstehungszeit des Bades sowie einige in den letzten Jahren nicht mehr sichtbare Teile der ursprünglichen Gestaltung freigelegt, die für ein Jugendstilbad in Deutschland einzigartig sind. Die restauratorischen Kosten trägt zum Teil die Stadt, zum Teil das Landesamt für Denkmalpflege. Private Sponsoren ermöglichen die Erneuerung einzelner Elemente des Interieurs. Darmstadt war neben München das Zentrum des Jugendstils in Deutschland, und die Werke der Darmstädter Belle-Époque-Künstler sollen bei der zweiten Eröffnung des Bades wieder im alten Glanz zur Geltung kommen.
|