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Ein neues Heim für Herrn Claußen

Seehundstation Friedrichskoog mit CEMEX Beton erweitert und renoviert

Herrn Claußen war es eigentlich egal, wohin am Pfingstmontag dieses Jahres die Reise ging. Für ihn zählte nur die Aussicht auf ein kühles Bad und eine anständige Fischbrei-Mahlzeit. Als erster „Heuler“ der diesjährigen Saison, so bezeichnet man an der Nordsee von ihren Müttern verlassene Seehund-Babys, war das höchstens vier Tage alte und 9,8 Kilo schwere Jungtier in die Seehundestation Friedrichskoog gebracht worden. Nach einer zweitägigen Erholungspause in Quarantäne bezog Herr Claußen dann sein vorläufiges Quartier in einem der Aufzuchtbecken der Station, in dem er mit vielen Artgenossen bis zu seiner Auswilderung gepflegt und „aufgepäppelt“ wird. Seit seinem Einzug in der Seehundestation, die gemäß internationalem Seehundabkommen die einzig autorisierte Aufnahmestelle für verlassen oder erkrankt aufgefundene Robben in Schleswig-Holstein ist, hat sich der Heuler mittlerweile zu einem stattlichen jungen Seehundeherrn entwickelt, der sich von kaum etwas aus der Ruhe bringen lässt. Auch die Bauarbeiten an der Station lassen ihn erstaunlich kalt. Dabei wurde zum Zeitpunkt seines Einzuges noch am neuen Informationsgebäude, an einem neuen Salzwasser-Klärbecken und an einem weiteren Seehundebecken gearbeitet.

Das neue Informationsgebäude mit dem davor angelegten Dauerhaltungsbecken der Seehundstation in Friedrichskoog bietet jetzt mehr Platz.

„Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 ist die Seehundstation ständig gewachsen. Gleichzeitig nahmen auch die Besucherzahlen zu, die jedes Jahr unsere Anlage besuchen“, erzählt Tanja Rosenberger, die Leiterin der Seehundstation. „Das führte dazu, dass nicht nur das Dauerhaltebecken für unsere Seehunde und Kegelrobben zu klein wurde, sondern auch das Informationsgebäude dem zunehmenden Besucheransturm nicht mehr gewachsen war.“ So wurde jetzt sowohl ein neues Becken für die dauernd in der Station lebenden Tiere mit einer überdachte Zuschauertribüne, wie auch ein neues Informationsgebäude gebaut. Dieses Gebäude verfügt nicht nur über einen Unterwasserbereich, von dem aus die Seehunde beobachtet werden können, es steht jetzt auch ein Vortragsraum zur Verfügung, der ausreichend Platz bietet, um z.B. alle Fahrgäste eines Reisebusses über die Arbeit der Seehundstation und über die Seehunde und Robben in der Nordsee zu informieren.

Die Bauarbeiten und der damit verbundene Lärm in der Station haben den Bewohnern der insgesamt sieben Heulerbecken, des Auswilderungsbeckens und des alten Dauerhaltungsbeckens nichts ausgemacht: Die Tiere sind zum einen durch die täglichen Besucherströme an menschlichen Lärm gewöhnt. Zum anderen lassen sie sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn die Becken mit lauten Hochdruckreinigern gereinigt werden: Ein sonniger Platz im Sand ist dann immer noch interessanter, als eine lärmende Maschine.

Ein Blick auf die Seehunde in ihrem ureigensten Element wird man durch diese Bullaugen haben. Die Wand aus frost- und tausalzbeständigem 30/37 Beton kann auch von dem aggressiven Seewasser des Beckens nicht angegriffen werden.

 

Auch für die Betonexperten der Alsterbeton, Gudendorf, einem Tochterunternehmen der CEMEX Deutschland AG, bedeuteten die Arbeiten an der Seehundstation nur wenig Stress. Auch wenn insgesamt 680 Kubikmeter Beton der Klasse C 30/37 und C 30/37 FT, zementgebundener Fließestrich und Spritzbeton C 30/37 just in time im Auftrag des ausführenden Bauunternehmens Uwe Wilstermann KG, Friedrichskoog, eingebaut wurden kam niemals Hektik auf. „Der Ablauf der Betonierungen war problemlos, da eine intensive Absprache zwischen dem Lieferwerk Gudendorf und der Baustelle erfolgte“, lobt der für die Lieferung verantwortliche Betontechnologe Friedrich Bahrs die Zusammenarbeit und auch Hartmut Marscheider, Inhaber des ausführenden Bauunternehmens Uwe Wilstermann KG, Friedrichskoog, und verantwortlicher Bauleiter weiß über die reibungslose Zusammenarbeit mit der CEMEX Niederlassung in Gudendorf nur Gutes zu berichten: „Wir haben für das neue Dauerhaltungsbecken die Wände eines vorgefertigten Bassins mit 30/37 Spritzbeton in einer Wandstärke von 30 cm gespritzt und das über einen Zeitraum von jeweils 10 bis 12 Stunden. Die Betonlieferung hat dabei, wie auch während der gesamten Bauphase, reibungslos und ohne Probleme geklappt.“

Eine besondere Aufgabe für die Betontechnologen aus Gudendorf war die Kontrolle des gelieferten Betons: Wegen der Nähe zur Küste und vor allem auch wegen der Befüllung des neuen Beckens mit Seewasser musste ein frost- und tausalzbeständiger Beton eingebaut werden. Gleichzeitig musste bei dem gelieferten Fließestrich eine schnelle Nutzung gewährleistet sein; Anforderungen, die von Friedrich Bahrs in seinem Labor in Gudendorf und vor Ort beim Einbau peinlich genau überprüft wurden. Nach Abschluss der eigentlichen Betonarbeiten wurde die unter Wasser liegende Außenseite des neuen Infogebäudes noch mit glasfaserverstärktem Kunststoff beschichtet, um den Beton vollständig gegen das aggressive Salzwasser des Seehundbeckens zu schützen.

 

Selbst von den Bauarbeiten in der direkten Nachbarschaft ließen sich „Herr Claußen“, der erste Heuler der diesjährigen Saison, und seine Artgenossen im Seehund-Aufzuchtbecken aus der Ruhe bringen.

Nachdem die Arbeiten bereits während der Wintermonate 2005 / 2006 aufgenommen wurden und mittlerweile bis auf kleinere Restarbeiten abgeschlossen sind, wir der geplanten Einweihung der neuen Anlage im August dieses Jahres nichts mehr im Wege stehen. Herr Claußen wird den großen Moment für die Seehundstation nicht mehr als Bewohner erleben. Als mittlerweile erwachsener Seehund wird er bis dahin ausgewildert sein und den Trubel an Land höchstens noch von einer sicheren Sandbank aus beobachten.


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Dr. Helmut Littek
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