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Betonfertigteile beschleunigen Tunnelbau

Beim Bau des Autobahntunnels Grouft in Luxemburg erschließt die CEMEX Beton-Bauteile GmbH ihren Produkten ein neues Einsatzgebiet

Mit 2.966 Metern ist der Richtungsverkehrstunnel Grouft das längste Bauwerk der neuen Nordautobahn Autoroute 7 und eines der bisher ehrgeizigsten Straßen- und Tunnelbauprojekte im Großherzogtum. Die A7, auch „Route du Nord“ oder auf Luxemburgisch „Nordstroos“ genannt – verbindet die Stadt Luxemburg mit den Gemeinden Mersch, Colmar-Berg und Ettelbruck. Ab 2012 soll sie die Hauptstadt von Durchgangsverkehr entlasten und die nördlichen Wirtschaftsregionen besser erschließen. Auftraggeber ist das Ministère des Travaux Publics, Administration des Ponts et Chaussees. Den Tunnel Grouft baut eine ARGE aus Wayss und Freytag Ingenieurbau AG, Max Bögl, Galère S.A., Tralux SARL und Felix Giorgetti SARL.

Die Baustelle des Autobahntunnels Grouft im Landeszentrum des Großherzogtums Luxemburgs

Vom Nordportal bei Lorentzweiler steigt der Tunnel mit 4,5 Prozent zum 140 Meter höher gelegenen Südportal bei Asselscheuer an. Seine beiden annähernd parallel verlaufenden Röhren beschreiben Kurven mit Minimalradien von 1.120 und 2.000 Metern. Die bergaufführende Röhre wird drei Fahrspuren aufnehmen, die bergabführende zwei. Seit 2005 wird im Gegenortvortrieb von Süden und von Norden aufgefahren. Die Tiefbauarbeiten dauern noch bis zum Sommer kommenden Jahres.

Zehn Querschläge werden die Zwillingsröhren in Abständen von je etwa 250 Metern verbinden. „Bisher war es üblich, Querschläge in Ortbetonbauweise auszuführen, was jedoch wegen der engen Platzverhältnisse immer sehr schwierig war“, erklärt Eberhard Küssner, Manager Quality Control & Marketing der CEMEX Beton-Bauteile GmbH. „Mit Betonfertigteilen erzielt man bei dieser Baustelle einen enormen Zeitgewinn.“ Der stellvertretende ARGE-Projektleiter Mathias Mondel bestätigt: „Wir haben mit der Verwendung von Fertigteilen in diesem schwierigen Einsatzgebiet entscheidende Vorteile gegenüber den herkömmlichen Ausführungsmethoden.“

Mit Elementdecken zieht die ARGE in den Querschlägen Zwischenebenen ein. Auf ihnen werden Fuß- und Fahrwege verlaufen – jeder zweite der Querschläge wird befahrbar sein –, und unter ihnen liegen später Versorgungsräume für die technische Infrastruktur und Rettungssysteme. Auf der Röhrensohle stehende Doppelwandelemente bilden zum einen Auflager für die Elementdecken, zum anderen unterteilen sie die Versorgungsräume. Jedem der bereits fertiggestellten Querschläge kommt schon in der Bauphase eine wichtige Rolle als Evakuierungsweg zu, über den sich im Notfall die parallel verlaufende Röhre erreichen lässt. Auch Rettungsstationen mit Telefon und Erste-Hilfe-Kästen sowie Feuerwehrschlauchanschlüsse werden hier installiert.

In zehn Querschlägen zwischen den Zwillingsröhren kommen Elementdecken und Doppelwandelemente zum Einsatz

Die Fertigteile für vier der Querschläge hat die CEMEX Beton-Bauteile GmbH bereits geliefert. Das Fertigteilwerk Bad Dürkheim wird bis zum Herbst insgesamt ca. 400 Quadratmeter Wandelemente und ca. 1.485 Quadratmeter Deckenelemente produzieren. Die technische Bearbeitung und die Betreuung des Kunden übernehmen die Kollegen eines grenznahen Verkaufsbüros. „Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Niederlassung Föhren/Trier bei der Ausarbeitung dieser Alternative war vorbildlich“, meint Mathias Mondel von der ARGE. „Abgerundet wird diese positive Zusammenarbeit durch pünktliche und hochwertige Lieferungen just-in-time.“

Die CEMEX Beton-Bauteile GmbH hat sich den luxemburgischen Markt schon seit längerem erschlossen. Gerade in den vergangenen drei Jahren war sie an einer ganzen Reihe von Großprojekten beteiligt. Mittlerweile haben die Fertigteilspezialisten umfangreiche Erfahrung mit den landesspezifischen technischen und kaufmännischen Voraussetzungen sammeln können, auch sprachliche Hürden werden bestens gemeistert.

Die CEMEX Beton-Bauteile GmbH passt die Maße der Betonfertigteile an die beengten Bedingungen am Einbauort an

Michael Knebel von der Niederlassung Föhren/Trier koordiniert die technische Seite größerer Projekte, so auch beim Tunnel Grouft. „Für unsere Verhältnisse sind die Fertigteile hier recht klein, Dimensionen und Gewicht sind an die beengten Verhältnisse am Einbauort angepasst. Die Breite der Deckenplatten beschränken wir zum Beispiel auf 1,22 Meter.“ Bewehrung und Geometrie der Deckenelemente jedoch sind hoch anspruchsvoll, vor allem an den Übergängen zu den auf etwas tieferem Niveau verlaufenden Haupttunneln. „Rampen“ mit zwei bis drei Prozent Gefälle stellen den Anschluss her.

Der Einsatz ihrer Produkte beim Tunnelbau ist ein Novum für die Mitarbeiter der CEMEX Beton-Bauteile GmbH. Auch die Lieferfristen sind eine Besonderheit – nämlich besonders komfortabel. „Üblicherweise müssen wir sehr kurzfristig reagieren und die Vorlaufzeit beträgt maximal zwei bis drei Wochen. Bei einer Tunnelbaustelle gelten andere Fristen. Hier haben wir etwa vier Monate Zeit für unsere Planung“, erklärt Michael Knebel.

Am Tunnel Grouft haben es die Tunnelbauer nicht bereut, sich auf die zunächst ungewohnten Betonfertigteile eingelassen zu haben: Die ARGE hat einen Folgeauftrag über ein weiteres Tunnelbauwerk an der A7 bekommen und erarbeitet gemeinsam mit der CEMEX Beton-Bauteile GmbH bereits zusätzliche Einsatzmöglichkeiten.


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