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Betonage „on the rocks“

CEMEX Gudendorf betoniert trotz winterlicher Temperaturen neues Biomasse-Heizkraftwerk in Brunsbüttel

Gefühlte 14 Grad Celsius unter Null sind eine Temperatur, die eine Betonage alles andere als gemütlich machen. Dennoch muss es, auch wenn die tatsächlichen Minusgraden „nur“ bei vier bis fünf Grad Celsius liegen, auf der Baustelle des Biomasse-Heizkraftwerks in Brunsbüttel weitergehen. Denn ein äußerst enger Terminplan der Auftraggeber fordert von allen Beteiligten, in einem Zeitraum von nur knapp einem halben Jahr ein Kraftwerk zu errichten. Eine Anlage, die auf umweltschonende Art und Weise eine Ausgangsleistung von jährlich etwa 56 Millionen Kilowattstunden Strom bei einer installierten Generatorleistung von ca. 7,5 MW erbringen wird. Der dabei produzierte Prozessdampf wird an ein benachbartes Bitumenwerk abgegeben und dort eine große Menge fossilen Brennstoff ersetzen. Diese effiziente und umweltschonende Erzeugung von Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung soll schon bald in dem neuen Kraftwerk, das zurzeit im ChemCost Park, Brunsbüttel entsteht, durch den Einsatz von ausschließlich biologisch sauberen Holzbrennstoffen erreicht werden. Die Projektpartner, die NovusEnergy GmbH, Elmshorn, und die Stadtwerke Flensburg setzen dazu naturbelassene Holzhackschnitzel ein, die beispielsweise aus dem Baumschnitt entlang von Straßen, aus Waldresthölzern, Knickholz und Holzresten von Kompostieranlagen stammen.

2.500 Kubikmeter Beton und insgesamt 470 Tonnen Betonstahl stecken in dem neuen Bio-Heizkraftwerk Brunsbüttel

„NovusEnergy geht schonend mit den natürlichen Ressourcen um“, betont Heinrich Unland, Geschäftsführer der NovusEnergy: „Wir setzen zum überwiegenden Teil Schwachholz und naturbelassene Holzabfälle mit Wassergehalten bis zu 60 Prozent ein, die in Schleswig-Holstein in ausreichender Menge anfallen und ansonsten ungenutzt verrotten würden.“

Für Tobias Doose, Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens Doose Bau GmbH & Co. KG, Windbergen, und die mit der Betonlieferung beauftragte Niederlassung Gudendorf der CEMEX Deutschland AG bedeutet dieser enge Terminkalender nicht nur einen besonderen Zeitdruck: „Gerade jetzt im Winter bei Temperaturen von vier bis fünf Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt musste auch der Beton entsprechend vorbereitet werden“, schildert Tobias Doose die Besonderheiten der Baustelle in Brunsbüttel. Und so wurde der Beton bereits in den CEMEX-Mischwerken Gudendorf und Hohenlockstedt „auf Temperatur gebracht“, auf dem schnellsten Weg zu Baustelle gefahren und dort unter Frostschutzplanen eingebaut. Auf diese Weise wurden insgesamt 2.500 Kubikmeter Beton der Güteklassen C25/30-C35/45 zusammen mit 470 Tonnen Betonstahl eingebaut.

Schon bald werden hier unbehandelte Holzabfälle in saubere Energie umgewandelt. Dabei sollen pro Jahr rund 70.000 Tonnen Holzabfälle verstromt werden

Schon bald wird das neue Kraftwerk, „grüne“ Energie liefern und dabei rund 80.000 Tonnen Holzhackschnitzel pro Jahr verfeuern. Der dabei gewonnene Strom wird in das bestehende Netz eingespeist und könnte einen Großteil des Energiebedarfs des umliegenden Energieparks decken. Gleichzeitig kann das benachbarte Bitumenwerk den bei der Verfeuerung entstehenden Dampf für den Produktionsprozess nutzen. Als Restprodukt dieser biologischen Energieerzeugung bleibt schließlich nur noch Rostasche in Düngerqualität zurück. Bis es soweit ist, heißt es für die Mitarbeiter der Firma Doose und ihren Polier Sven Kühl wohl noch einige Male so richtig frieren. Denn eine andere „saubere“ Energie, der Seewind, wird bis in den Frühling hinein dafür sorgen, dass es niemals allzu gemütlich wird.


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