23. Juni 2006, Hagen-Delstern: Die Steinwerke Wilhelm Köster und die Vertriebsgesellschaft KSV empfingen über einhundert Kunden, Vertreter der Stadt und der Behörden zum „Genehmigungsfest“. Den Betreibern liegt seit März 2006 eine Erweiterungsgenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg vor, die die Gewinnung von Grauwacke im Steinbruch Ambrock für die kommenden 25 Jahre sichert. Jetzt stehen insgesamt rund 43 Hektar Steinbruchfläche zur Verfügung, und eine Lagerstättenmächtigkeit von 190 Metern wird es erlauben, die Förderleistung von ca. 800.000 Tonnen auf 1,1 Millionen Tonnen Grauwacke im Jahr zu steigern. Der Steinbruch wird künftig in nordwestlicher Richtung, und damit weg von der Wohnbebauung, wachsen.
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Der Steinbruch Hagen-Ambrock weist eine Lagerstätten-mächtigkeit von 190m auf |
Oberbürgermeister Peter Demnitz (Foto unten 3. v.l.) betonte in seinem Grußwort: „Diese Genehmigung schafft für fünfundzwanzig Jahre sichere Arbeitsplätze, und das ist allemal ein Grund zum Feiern. Es ist die Verantwortung einer Stadt wie Hagen, Sicherheit zu schaffen, wo das möglich ist. Jeder einzelne der zwanzig Arbeitsplätze direkt im Steinbruch ist wichtig, und hinzu kommen die Beschäftigten der Fuhrunternehmen. So summieren sich die Arbeitsplätze auf zweihundert, und die zu erhalten ist alle Mühen wert. Der Steinbruch deckt den Grauwackebedarf eines Einzugsgebietes von dreißig Kilometern ab, so werden große Transportentfernungen vermieden.“
Grauwacke ist ein extrem hartes, bis zu 85 Prozent aus Quarzen bestehendes Gestein, das im Volmetal bereits seit einhundert Jahren durch Sprengung gewonnen wird. Es dient als Splitt bzw. Schotter im Straßenbau, als Betonzuschlag, als Gleisschotter, wird eingesetzt in Kanalsystemen – beispielsweise stammen Wasserbausteine des Dortmund-Ems-Kanals aus Ambrock – sowie im Garten- und Landschaftsbau. Bei Privatleuten sind Grauwackesteine als Solitäre und für Trockenmauern gefragt.
Eine Umweltverträglichkeitsstudie und ein Landschaftspflegerischer Begleitplan waren neben anderen Gutachten Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Im Ausgleich für die neuen Abbauflächen sind die Betreiber eine Rekultivierungsverpflichtung eingegangen, mit dem Ziel, den Arten- und Biotopschutz im Steinbruch zu fördern.
Die Muttergesellschaft der Steinwerke Wilhelm Köster GmbH & Co. KG und der KSV Kies und Splitt GmbH Rhein-Ruhr ist die CEMEX Deutschland AG. Deren Vorstandsvorsitzender Dr. Stephan Brock (Foto unten 2. v.r.) betonte: „Nachhaltigkeit ist einer der Grundpfeiler unserer Geschäftspolitik. Schon vor zwanzig Jahren hat CEMEX Richtlinien für den Umweltschutz definiert.“ Die CEMEX Deutschland AG ist Teil von CEMEX, dem weltweit drittgrößten Hersteller von Zement und mit Abstand größten Hersteller von Beton. Auch im Bereich Kies/Sand/Splitt ist das Unternehmen mit 390 Kieswerken und über 160 Mio. Tonnen jährlich stark aufgestellt.
Brock: „Für jedes rohstoffgewinnende Unternehmen ist es ein Meilenstein, sich eine Genehmigung für einen so langen Zeitraum sichern zu können. An unseren Standorten investieren wir in Arbeitsplätze und in Produktionsmittel, weil wir langfristig bleiben wollen. Der Steinbruch Ambrock und seine Mannschaft sind ein Teil dieser Gemeinde. Ich denke, wir haben uns bisher als angenehme Nachbarn erwiesen, und wir werden alles tun, um gute Nachbarn zu bleiben.“
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Gute Stimmung herrschte bei der Besichtung des Stein-bruchs |
Thomas Blau, Geschäftsführer der Steinwerke Köster und Gebietsleiter im Gebiet Mineralische Rohstoffe NRW der CEMEX Kies & Splitt GmbH. „Das Fundament für eine langfristige Zukunft des Standorts ist gelegt. Grauwacke ist besonders im Straßenbau sehr wichtig, und nur wenige Hartgesteinbetriebe in Nordrhein-Westfalen bieten eine Qualität wie Ambrock. Wir haben eine große Verantwortung für Mensch und Natur mit auf den Weg bekommen. Mit einem Steinbruch verzehren wir Flächen, wir erschüttern, verursachen Lärm und Staub – aber wir machen es verantwortlich, und das haben wir in der Vergangenheit gezeigt.“
Ein großer Teil des Steinbruchs entwickelt sich nach der Rohstoffgewinnung auf natürliche Art. Die offenen, angeschnittenen Waldbereiche werden durch die Entwicklung eines Waldsaumes von heimischen Bäumen und Sträuchern wieder geschlossen, die Abraumhalden zielgerichtet mit heimischen Laubgehölzen geimpft, um hier ebenfalls die natürliche Waldentwicklung zu fördern.
Zu den rund 14 Hektar konkreter Maßnahmen im Steinbruch werden die Steinwerke Köster auf weiteren rund 14 Hektar des Hagener Stadtgebietes externe Rekultivierungsmaßnahmen durchführen, die sowohl für einen forstwirtschaftlichen als auch für einen ökologischen Ausgleich sorgen: Die Erstaufforstungsmaßnahmen umfassen 8 Hektar, und auf rund 6 Hektar in direkter Nähe zum Steinbruch werden nicht heimische Fichtenbestände in bodenständigen Laubwald umgewandelt.
Auch der Mensch soll nicht zu kurz kommen. So ist an der nordwestlichen Abbaugrenze die Errichtung eines Aussichtspunktes geplant. Der Wanderer wird sich hier, vor dem beeindruckenden Panorama des Steinbruchs, per Infotafeln umfassend über die Abbauführung und über die Renaturierungsarbeiten informieren können.
Der nordöstliche Bereich des Steinbruchs, in der alten Genehmigung enthalten, liegt der angrenzenden Siedlung am nächsten. Die Erweiterungsgenehmigung versetzt die Steinbruchbetreiber jetzt in der Lage, auf die Gewinnung in diesem rund 3 Hektar großen sensiblen Bereich zu verzichten. So werden Sprengerschütterungen minimiert, zudem bleiben ein Altbuchenbestand von dem Abbau verschont und mit ihm das Landschaftsbild erhalten.
Jürgen Tarter ist Projektleiter Lagerstätten, Genehmigungen, Umweltschutz im Gebiet Mineralische Rohstoffe NRW der CEMEX Kies & Splitt GmbH. Er hat gemeinsam mit dem ehemaligen Betriebsleiter Wolfgang Wagner, heute Technischer Leiter des Gebiets, seit 1999 maßgeblich das Genehmigungsverfahren betrieben. Tarter: „Wir legen Wert darauf, die Renaturierungsmaßnahmen zeitnah durchzuführen. Im laufenden Jahr werden wir noch rund 3,5 Hektar Erstaufforstungsflächen aufforsten und auf rund 1,5 Hektar ökologische Maßnahmen durchführen. Bereits in diesem Frühjahr haben wir mit Erteilung der Genehmigung eine Erstaufforstungsfläche in einer Größe von 1,25 Hektar angelegt.